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Gedanken zur Wahl am 8. März 2026

Ab heute 23.02.26 kann gewählt werden, da die
Bürger die Briefwahlunterlagen bekommen haben

 

Gedanken zur Wahl am 8. März

 

Es ist wie in jedem Wahljahr. Die Kandidaten begegnen dem Bürger an der Haustür auch der bisherige Bürgermeister und Gemeinderäte, die bisher schon im Amt waren. In Hochglanzbroschüren loben alle, was sie können und was in den kommenden 6 Jahren passieren soll. Selbst in der Main-Post wird veröffentlicht, was jeder denkt und plant. Und auch ihre Hobbys werden beschrieben, damit der Bürger auch weiß, wo sie sind, wenn sie nicht im Amt sind.

 

Nun haben wir in Zell aber einen Kandidaten, der das Amt seit 6 Jahren innehat. Einen Goldschmiedemeister, der damals ohne Vorwissen in das Amt eingestiegen ist. Eine mutige Tat und man hoffte, dass er sich das Wissen beibringt, das erforderlich ist.

 

Nun gut, er brachte Vorschläge ein, die meistens in kostenerzeugenden Beschlüssen vom Gemeinderat abgesegnet wurden. Die Haushalte wurden in den ersten 2 Jahren noch im üblichen Rahmen verabschiedet:

 

Haushaltsjahr  Beschlussdatum durch den Marktgemeinderat

 

2021 22. Februar 2021
2022 21. März 2022
2023 25. September 2023
2024 15. Mai 2024
2025 29. April 2025

 

Für 2026 liegt noch kein gültiger Haushalt vor.

 

Es gibt offensichtlich Probleme mit der personellen Besetzung der Kämmerei. Dass der Bürgermeister dies auf Grund seiner fachlichen Kompetenzen nicht selbst konnte, war zu erwarten. Aber er war Chef von Herrn Öder, seines Zeichens zwar Geschäftsführender Beamter, aber ein profunder Kenner der kameralistischen Haushaltsführung, der in früheren Jahren perfekte Haushaltspläne für die Gemeinde Zell erstellt hatte. Und es dürfte unbestritten sein, dass ein Haushalt für eine Gemeinde an erster Stelle stehen muss. Schon 2023 ergab sich aber das Problem, dass ein genehmigungsfähiger Haushalt unmöglich war, wenn man alle Beschlüsse, die gefasst wurden, im Haushalt unterbringen wollte. Kurzerhand verschob der Bürgermeister mit Zustimmung des Gemeinderates diese Beschlüsse auf unbestimmte Zeit. Was aber den Bürgermeister nicht hinderte, in den darauffolgenden Jahre immer wieder Beschlüsse fassen zu lassen, ohne offenbar zu prüfen, ob diese irgendwann zu finanzieren sind, was laut GO seine Pflicht gewesen wäre.

 

Dies ist offenbar ein großes Geheimnis unseres amtierenden Bürgermeisters. Fraktionen wollen immer wieder eine Aufstellung der nicht vollzogenen Beschlüsse. Auch der Unterzeichner bekam vom LRA mitgeteilt, dass er das Recht habe, Protokolle der Sitzungen zu bekommen, damit er selbst prüfen kann, wie viele kostenerzeugende Beschlüsse noch nicht in Haushalten berücksichtigt wurden. Aber da weigert sich die Verwaltung, obwohl sie offenlegungspflichtig ist. So viel zu der Transparenz, die uns vor der letzten Wahl und auch jetzt wieder versprochen wird.

 

Aber es ist ja verständlich, dass unser Bürgermeister in einer Zwickmühle steckt. Durch wenig tun in den letzten 6 Jahren, sind unsere Pflichtaufgaben immer mehr in den Rückstand gekommen und werden den Haushalt in einer Weise belasten, dass eine Zuführung zum Vermögenshaushalt nur durch Verschiebung von Pflichtaufgaben in die nähere oder weitere Zukunft erreicht werden kann. Hier zeigt sich, dass Personalführung und Personalplanung in die Hände von Leuten gehört, die das gelernt haben. Jeder Betriebswirt weiß, das bei knappen Finanzen besonderes Augenmerk auf die Effizienz des Personals gelegt werden muss und nicht ziellos die Personalkosten und Verwaltungskosten erhöht werden können, da dies in den Ruin führt.


In dieser Lage wundert es nicht, dass man großspurig ein Ärztehaus versprach, wofür man auch ein Grundstück hatte, aber dank der Planungsunfähigkeit nicht zu Potte kam. Da war das Kloster schneller. Innerhalb kürzester Zeit wurde dort geplant, umgebaut und eine funktionierende Praxis eröffnet. Zwar nicht in der Ortsmitte, aber dank dem ÖPNV gut erreichbar. Auch nicht neben der bestehenden Apotheke. Aber man muss dem Kloster dankbar sein, dass es die Nöte der Zeller erkannt hat.

 

Auch einen Geldautomaten hätten die Zeller gerne gehabt. Selbst in dieser eigentlich kleinen Angelegenheit kam Margetshöchheim uns zu Hilfe, obwohl es schon einen Geldautomat dort gab, der aber für Zeller weit entfernt lag. Sie ermöglichten die Aufstellung des Automaten kurz nach der Ortsgrenze Zell, gut zu erkennen und per ÖPNV zu erreichen.

 

An den Feuerwehrplänen könnte jetzt weitergearbeitet werden. Leider hat es der
Bürgermeister in 6 Jahren versäumt, sich Gedanken zu machen, wie die Feuerwehr während der Umbauphase ihre Aufgaben erledigen kann, also vermutlich wieder eine Verzögerung.
Wobei es durchaus sinnvoll wäre, zu überlegen, ob das ganze Projekt noch zeitgemäß ist, da auch Margetshöchheim seine Feuerwehr ertüchtigen muss und eine gemeinsame Feuerwehr auf einem freien Grundstück zwischen den Ortsgrenzen sinnvoller wäre.

 

Die Liste ist nicht vollständig, aber es sind signifikante Beispiele.


Aber was bleibt uns Bürgern übrig – wir müssen wählen und uns entscheiden:

 

…Zwischen dem Kandidaten Martin Küpper, der beruflich schon längere Zeit in einer
Behörde arbeitet und dort auch finanzielle Verantwortung trägt. Auch im amtierenden
Gemeinderat weist er immer wieder darauf hin, wenn rechtliche Fehler gemacht werden.

 

…Zwischen dem Kandidaten Joachim Kipke, der schon bei der letzten Wahl viel versprochen
hat, aber manches nicht umsetzen konnte. Er hat sicher einen guten Willen gehabt, aber
vielleicht nicht die erforderliche Durchsetzungskraft.

 

…zwischen dem Kandidaten Frank Essl, der in seiner jetzigen Tätigkeit vermutlich viel
Erfahrung in Personalmanagement mitbringt und als Nichtzeller vielleicht neue Impulse setzen kann.

 

Wir Bürger sind der Souverän, nehmen wir unsere Pflicht wahr – unsere Demokratie sollte es uns wert sein.


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